Knoten

Am 19. Februar blieb der Kindergarten geschlossen, denn wir Erziehenden hatten "Konzeptionstag". Was sich zur Zeit der Grippewelle vielleicht wie eine Krankheit anhört, ist dazu gedacht, dass sich das Team gemeinsam und kinderfrei über die pädagogische Arbeit austauscht, über sie reflektiert, neue Erkenntnisse entwickelt und Zukunftspläne schmiedet. Das nebenbei der teaminterne Gruppenprozess gepflegt wird, ist quasi die Kirsche auf dem Muffin.

 

Wir verbanden das Praktische mit dem Nützlichen und unternahmen (gesponsert von unserem Arbeitgeber!) einen Ausflug zur "Didakta", der sogenannten "Bildungsmesse", die in diesem Jahr wieder in Köln stattfand. Unsere Halle für "Frühe Bildung" trug die Nummer 9.1. Neben neuen Bilderbüchern, Forschungsmaterialien und robusten Puppeneckenmöbeln waren wir gespannt, was es sonst so für interessante und innovative Alltagshelferlein geben würde.

 

Weidentipi

Schon lange suchen wir Erziehenden nach einem Häuschen oder einer ähnlichen installierbaren Versteck- bzw. Rückzugsmöglichkeit für die Kinder. In diesem Winter stieß eine Kollegin über das kostenlose Angebot, abgeschnittene Weidenzweige zur Weiterverarbeitung abzuholen. Zum Glück hat es in den letzten Wochen häufig geregnet, so dass die Stecken nicht austrocknen konnten. Und endlich konnten wir anfangen einen kreisförmigen Graben entlang der Markierung aus Sand zu buddeln. Schnell wurde klar, mit Sandschaufeln kamen wir gegen die ganzen Wurzeln und Steine nicht an! "Wir brauchen echtes Werkzeug!" stellten die Kinder fest und schlugen vor, die Gartenwerkzeuge aus dem Verkehrsübungsplatzhäuschen zu holen. Mit Spaten, Astschere, Gartenschäufelchen, Härkchen und Spitzhacke konnte die Erde nun gelockert, Wurzeln durchtrennt und tiefer in den Boden vorgedrungen werden. Schließlich brauchten wir mindestens 40 Zentimeter Tiefe, um den Weidenstecken eine gute Gelegenheit zum Wurzel bieten zu können!

Kinderbesprechung2018

Jeden Mittwoch vor der Gartenzeit treffen sich alle Kinder und Erziehenden zur Kinderdienstbesprechung. Es wird gemeinsam überlegt, was in der letzten Woche gut war und was nicht gut war. Oft wird dieser Rahmen genutzt, um  sich heftig darüber zu beschweren, dass Kinder zanken, Gebäude auf dem Bauteppich umschmeißen, beim Aufräumen nicht helfen oder die Klokabäuschentür öffen, obwohl das Besetztschild zu sehen war. Die Erziehenden moderieren hierbei und werden häufig als "moralischer Leuchtturm" angefragt. "Das darf man doch nicht, oder? Das macht doch traurig, oder?" sind orientierungssuchende Fragen, mit denen die Kinder ihre Weltsicht (weiter-)entwickeln.

 Wenn ein Fest, wie bespielsweise Karneval ansteht, wird in der Kinderdienstbesprechung über das Karnevalsthema entschieden. Jedes Kind kann seinen Vorschlag vorbringen und ihn auf einen Zettel malen. Ähnliche Vorschläge werden zusammengelegt und gegebenenfalls ein Oberthema gesucht. Am Ende wird mit Klebepunkten oder Muggelsteinen über das endgültige Thema abgestimmt. Und was mache ich, wenn mein Thema nicht gewonnen hat, ich überstimmt worden bin, ich verloren habe? Eine große emotionale Herausforderung für viele jüngere und ältere Kinder.

weihnachtskugeln18

 ...fällt vielen Kindern sehr, sehr schwer. Es gibt unzählige, unterschiedliche Strategien, mit denen sich Kinder das Warten verkürzen oder es beenden. Beispielsweise durch schnelles, ausdauerndes Antippen der Erziehenden, wenn diese sich gefühlt unendlich lange mit einem anderen Kind oder der Mama unterhalten. Oder das kontinuierliche Umschleichen des Basteltischs, wenn mal wieder alle Plätze besetzt sind. Eine weitere Möglichkeit ist es, sich schnell auf einen freiwerdenen Stuhl am Frühstückstisch zu setzen, während das eigentlich dort sitzende Kind gerade seine Mandarinenschalen zum Müll bringt. Das Warten auf das Losgehen in den Wald und darauf, dass sich alle Kinder ihre Matschhosen und Gummistiefel angezogen haben, obwohl man als Erste/r fertig war!