Matschmann52019

.....entstand in der vergangenen Waldwoche, die wir mindestens einmal im Jahr durchführen. Dazu starten wir um 9 Uhr mit Matschsachen und einem Frühstück ausgerüstet in den nahegelegenen Kottenforst. Dort suchen wir uns einen Platz, um zunächst gemeinsam zu frühstücken und nach 30 Minuten Fußweg muss das auch sein: keine 100 Kinderschritte von der Kita entfernt, schlägt das Anstrengungsbewusstsein bei den ersten Kindern Alarm. Es ist eine Herausforderung an seine 7 Sachen zu denken, sie selber auf dem Rücken zu transportieren, eine lange Strecke zu gehen, auf den Vordermann und die Nebenfrau zu achten, wenn man in der Gruppe geht, auf die letzten Paare zu warten, wenn man doch erstes Kind in der Reihe ist.... Das gemeinsame Ankommen, es sich gemütlich einrichten, zusammen beten und mit dem Essen zu beginnen ist ein ruhiger Start in der unbekannten Umgebung. Erst einmal ausruhen nach einem anstrengenden Marsch und erst einmal schauen, wo ich gelandet bin und überlegen, was ich hier gleich tun möchte.

 

Mit der Waldwoche bieten wir den Kindern einen Rahmen, in dem sie ihre Welterfahrung in Kombination mit sich selber und den anderen weiterentwickeln können. Es wird deutlich, dass hier die Anstrengungsbereitschaft beim Spaziergang in den Wald bzw. zur Kita zurück für viele Kinder eine besondere Herausforderung darstellt. Für andere Kinder ist vielleicht das Achten auf die anderen, die Rücksichtnahme auf Langsamere oder die Entscheidung, was ich denn HIER spielen soll, wo es GARNICHTS gibt, die selbstgestellte Aufgabe des Vormittags.

Nur in der dynamischen Auseinandersetzung mit sich selbst, mit anderen und der Welt können Menschen ihre Sozial-, Selbst-, Sach- und Methodenkompetenz (weiter-)entwickeln, um handlungsfähig zu sein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entstehen kann. Der Matschmann ist dafür ein sehr gelungenes Beispiel.

 (Das Foto vom Matschmann wurde mit dem Einverständnis der Künstlerin veröffentlicht!)