Knoten

Am 19. Februar blieb der Kindergarten geschlossen, denn wir Erziehenden hatten "Konzeptionstag". Was sich zur Zeit der Grippewelle vielleicht wie eine Krankheit anhört, ist dazu gedacht, dass sich das Team gemeinsam und kinderfrei über die pädagogische Arbeit austauscht, über sie reflektiert, neue Erkenntnisse entwickelt und Zukunftspläne schmiedet. Das nebenbei der teaminterne Gruppenprozess gepflegt wird, ist quasi die Kirsche auf dem Muffin.

 

Wir verbanden das Praktische mit dem Nützlichen und unternahmen (gesponsert von unserem Arbeitgeber!) einen Ausflug zur "Didakta", der sogenannten "Bildungsmesse", die in diesem Jahr wieder in Köln stattfand. Unsere Halle für "Frühe Bildung" trug die Nummer 9.1. Neben neuen Bilderbüchern, Forschungsmaterialien und robusten Puppeneckenmöbeln waren wir gespannt, was es sonst so für interessante und innovative Alltagshelferlein geben würde.

 

Schnell wurde klar, dass vor allem die Digitalisierung einerseits und bestimmte "Bildungsprogramme" in den Kindergarten Einzug erhalten sollen. Sei es durch besprechbare Elektrostifte, die den Kindern beispielsweise Bilderbücher vorlesen können oder programmierbare Stoffwürfel, als Alternative zu den bisherigen CD- oder Kassettenabspielgeräten. Auch Whiteboards für Kindergärten wurden angeboten. Einen weiteren großen Themenkomplex nahm alles rund um die Bewegung, auch in Bezug auf die Raumgestaltung draußen und drinnen, ein.

Auch "Bildungsprogramme" mit den Schwerpunkten Musik, Forschung, Lesen und Schreiben bzw. Mathematik für Kinder ab 2 Jahren wurden vorgestellt und Erziehende dazu aufgefordert sich für diese in Weiterbildungen zu qualifizieren.

Sowohl das eine, wie auch das andere lösten Diskussionen im Team aus: ist so ein Stift im Alltagstrubel hilfreich, damit Kinder nicht zu lange warten müssen, bis eine Erziehende Zeit findet, das Buch über Fledermäuse vorzulesen, Fragen zu beantworten und ins Gespräch zu gehen? Ist es nicht gerade in der digitalisierten Welt überflüssig, die Fähigkeit des (Ab-)Wartens bei Kindern herauszufordern? Geht es beim Vorlesen nicht auch darum, dem Kind ein 4D Erlebnis zu vermitteln und, dass das Lesenkönnen etwas ist, das (er-)lernenswert ist? Und was ist mit der Bindungs- bzw. Beziehungsebene zwischen Erziehender und dem Kind oder den Kindern? Kann das alles ein digitaler Superstift?

Unser Fazit über die Bildungsmesse: es gab wenig Neues zu entdecken, aber unheimlich viel fachlichen, kollegialen Austausch, der in unserer nächsten Dienstbesprechung weitergeführt werden kann.